Wechselkurse

Wechselkurse Wissenswert

Der Wechselkurs stellt das Umtauschverhältnis von zwei Währungen dar. Er gibt also an wie viel Geld man beim Wechseln der inländischen Währung an ausländischer Währung erhält. Mit dem Wechselkurs ist es außerdem möglich Aussagen über die Wettbewerbsfähigkeit und Kaufkraft einer Nation zu treffen. DerWechselkurs einer Währung hängt unter anderem von der Stabilität der jeweiligen Volkswirtschaft ab.

Wie entstehen Wechselkurse

Wechselkurse entstehen dadurch, dass zwei Länder miteinander Handelsbeziehungen aufnehmen. Wenn also zwei Länder unterinander Handel treiben wollen, muss zunächst einmal ein Wechselkurs festgelegt werden. Hierzu gibt es zwei Varianten. Diese Preise für das Geld richten sich nach Angebot und Nachfrage an den Devisenbörsen. Es gibt die sogenannten „floating Wechselkurse“ (also freie / flexible) und „feste Wechselkurse“. Bei den flexiblen Wechselkursen können sich die Preise ständig ändern, auch mehrmals täglich, je nach dem, wie sich Angebot und Nachfrage verhalten. Feste Wechselkurse werden zwischen den Regierungen selbst vereinbart. Die Regierungen legen einen bestimmten Wert, also einen festen Preis für ihre Währung fest. Dieser feste Kurs ändert sich dann nicht, auch nicht bei einer Veränderung von Angebot oder Nachfrage. „Parität“ wird dieser feste Kurs genannt.

Wechselkurse: Unterscheidung zwischen zwei Arten

Beim Wechselkurs unterscheidet man zwischen dem realen und nominalen Wechselkurs.

Nominaler Wechselkurs

Der nominale Wechselkurs gibt das Wertverhältnis zwischen zwei Währungen an. Dabei unterscheidet man zwischen der Preis- und Mengennotierung. Die Preisnotierung gibt den Preis einer Einheit der ausländischen Währung in inländischen Währungseinheiten an. Bei der Mengennotierung ist das ganze umgekehrt.

Realer Wechselkurs

Der reale Wechselkurs bezieht sich auf die Kaufkraft eines Staates. Er gibt das Preis-Verhältnis von zwei Gütern in unterschiedlichen Währungsräumen an.

Aufwertung einer Währung

Eine Aufwertung ist eine Steigerung des Geldwertes eines Landes zu einer Währung eines anderen Landes. Eine Aufwertung ist gut für den Import, aber schlecht für den Export sowie den Inlandstourismus.

Abwertung einer Währung

Von einer Abwertung wird dann gesprochen, wenn die eigene Währung im Vergleich zur Fremdwährung an Wert verliert. Die Auswirkungen sind genau das Gegenteil von denen einer Aufwertung: Eine Abwertung ist gut für den Export und den Tourismus, aber schlecht für den Import.

Wodurch entstehen Wechselkursschwankungen?

Wechselkurse sind regelmäßigen Schwankungen ausgesetzt, welche auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage basieren. Dazu kommen Maßnahmen der Zentralbanken, die mit Ankäufen und Verkäufen für geregelte Verhältnisse sorgen, sowie Spekulationen oder auch politische Hintergründe. Anhand von Wechselkursschwankungen kann die wirtschaftliche Lage eines Landes beurteilt werden. Enorme Kursschwankungen deuten zum Beispiel auf eine Wirtschafts- oder Finanzkrise hin.

Wechselkurse auf dem Devisenmarkt

In diesem Bereich spielen Wechselkurssysteme eine Rolle. Währungen werden auf dem Devisenmarkt gehandelt, so das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, dann sinkt auch der Wechselkurs. Ist die Nachfrage jedoch größer als das vorhandene Angebot, so sinkt die Währung. Schwankende Wechselkurse, die sich nach Angebot und Nachfrage richten nennt man flexible Wechselkurse. Wer Geld in den Kurs von Fremdwährungen investiert, muss den Wechselkurs mitberücksichtigen. Dieser bietet neben dem Risiko eines Währungsverlustes auf der anderen Seite natürlich auch die Chance, neben einer überdurchschnittlichen Gewinne im Ausland auch noch Kursgewinne über die Währung zu realisieren.

Wechselkurssysteme

Wechselkurssysteme sind entweder flexibel oder fest. Sie unterscheiden sich maßgeblich dadurch, dass flexible Wechselkurse nur durch Angebot und Nachfrage beeinflusst werden, während der feste Wechselkures einem durch die Zentralbank vorgegebenen Kurs unterliegt.

Flexible Wechselkurse

Beim flexiblen Wechselkurs handelt es sich um einen Wechselkurs, bei dem ausschließlich Angebot und Nachfrage die Höhe der Währungsschwankungen beeinflussen. Aus diesem Grund kann sich die Höhe der Wechselkurse täglich mehrmals verändern. Bei einem flexiblen Wechselkurs verzichtet man außerdem auf das Vereinbaren eines sogenannten Leitkurses. Kennzeichnend für einen flexiblen Wechselkurs ist, dass hier Verschiebungen in der sogenannten Kaufkraftparität von Währungen ausgeglichen werden.

Feste Wechselkurse

Im Gegensatz zu einem flexiblen Wechselkurs gibt es bei einem festen Wechselkurs den sogenannten Leitkurs, der entsprechend vorgegeben und vereinbart wird. Abhängig von diesem Leitkurs kann der Wechselkurs dann meist nur sehr geringfügig und in einem engen Maß sich verändern. Der Leitkurs wird dabei im Vorfeld von den betroffenen Ländern festgelegt. Die Devisenmärkte haben bei einem festen Wechselkurs außerdem nicht die Möglichkeit, den Wechselkurs deutlich zu beeinflussen. Auch bei den festen Wechselkursen sind die Regierungen, also die jeweiligen Zentralbanken involviert. Ein Beispiel für einen Währungsraum mit einem festen Wechselkurs ist zum Beispiel die Europäische Union, die sich für feste Wechselkurse entschieden hat.

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